Uhren mit Chronometerzeugnis
Das Wort Chronometer stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt einfach nur Zeitmesser. Verwendet wird dieser Ausdruck jedoch nur für Uhren mit geprüfter Ganggenauigkeit. Dies betrifft Uhren, die besonders genau einreguliert und von einer offiziellen Prüfstelle mit einem Chronometerzeugnis ausgezeichnet werden.
Wie genau ist sehr genau? Das offizielle Chronometer-Prüfinstitut der Schweiz (COSC) verlangt von einem Chronometer keine absolute Ganggenauigkeit, sondern nur, daß dieser pro Tag nicht mehr als vier Sekunden nach- oder sechs Sekunden vorgeht.
Auch die Werte für die anderen Prüfpunkte in der 15-tägigen Prüfung sind genau festgelegt. So darf bei 'Differenz der Gänge' kein größerer Wert als fünf Sekunden gemessen werden (erscheint auf dem Gangschein unter Größte Gangabweichung); der Durchschnittswert von Differenz der Gänge erscheint unter Mittlere Gangabweichung und darf nicht größer als zwei Sekunden sein. Diese beiden zuletzt genannten Prüfpunkte sind deshalb so wichtig, weil sie über die Ganggenauigkeit einer Uhr mehr sagen als der 'mittlere tägliche Gang', der angibt, um wie viele Sekunden eine Uhr täglich falsch geht.
Eine Uhr, die vollkommen regelmäßig in den verschiedenen Lagen jeden Tag beispielsweise 30 sec. nachgeht, kann von einem Uhrmacher problemlos nachreguliert werden. Geht sie aber etwa in der Position Krone links an einem Tag eine Sekunde nach und am nächsten Tag acht Sekunden, so ist diese Ungenauigkeit nicht einfach durch Nachregulieren zu beseitigen.
Wenn allerdings ein Chronometer-Zertifikat auch bestätigt, daß eine Uhr ein sehr gutes Gangverhalten hat (Uhrenfirmen sich entsprechend gern damit schmücken), so muß dazu gesagt werden, daß sehr viele mit Serienwerken auch ohne amtliche Prüfung Chronometerwerte erreichen.
Allgemein werden bei der offiziellen Chronometerprüfung die Werke geprüft. Die gehen dann zur Uhrenfabrik zurück und werden dort eingeschalt. Bis dahin kann der gemessene Gang sich schon verändern. Beim Einschalen sollte also noch einmal eine Prüfung in der Fabrik stattfinden.
Chronometer sind teurer als ein vergleichbares normales Modell, da die Prüfung und das Ausstellen des Gangscheines bei der COSC kostenaufwendig ist.
