Tourbillon: Die Uhr mit dem Dreh


Auf der Suche nach Möglichkeiten, den Schwerpunkt der Unruh aufzuheben und die daraus resultierende Gangungenauigkeit von Taschenuhren zu beseitigen, erfand Abraham-Louis Breguet (1747 bis 1823) um 1800 das Tourbillon.

Zu diesem Zweck baute er Ankerrad, Anker und Unruh auf eine kleine Platte in einem sogenannten Drehgestell, einem auf der Welle des Sekundenrades sitzenden Käfig. Das Sekundentrieb ist von unten an das Drehgestell geschraubt, das Sekundenrad sitzt hingegen fest auf der unteren Platine. Das Drehgestell, in dessen Mitte die Unruh genau über der Welle des Sekundenrades schwingt, dreht sich ebenfalls um das festgeschraubte Sekundenrad, wobei das Trieb des Ankerrades auf diesem abläuft. Da sich das Sekundenrad einmal pro Minute dreht, macht das Tourbillon diese Drehung mit. Dadurch können Lagen- oder Schwerpunktfehler nicht mehr auftreten oder werden einmal in der Minute ausgeglichen.

Die Tatsache, daß in fast 200 Jahren nur etwa 700 Tourbillons gebaut worden sind (gegenüber Milliarden von Taschen- und Armbanduhren) beweist, wie kompliziert die Produktion ist.

Unruhe


Explosionszeichnung